Rückblick auf Skulpturen Rundfahrt

Immer da, aber nicht immer im BlicK

Kunst im öffentlichen Raum in Gütersloh neu wahrnehmen

 

In Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Kultur bot der Verein „Skulpturen Gütersloh – Verein zur Förderung plastischer Kunst in Stadt und Kreis Gütersloh e.V.“ mit seinen beiden Vorsitzenden Reiner Kuhn und Carsten Moor am 25.09.2019 vormittags eine Runde zu ausgewählten Skulpturen im Gütersloher Stadtraum an. Auf dem Programm standen 13 Skulpturen in 9 Stationen, die gemeinsam mit Vertretern der Stadtverwaltung, des Kulturausschusses, Vereinsfreunden und weiteren interessierten Bürger*innen erradelt wurden.

 

In rund zweieinhalb Stunden wurde die Wahrnehmung der Teilnehmenden auf das gelenkt, was im Alltag oft nicht mehr im Blick ist, aus kulturpolitischer Sicht jedoch relevant ist und einige Chancen der Kunstbetrachtung bietet. Aus Sicht des Fachbereichs Kultur sollte hiermit ein Startschuss markiert werden zur intensiveren Auseinandersetzung mit Kunst im öffentlichen Raum, zugleich eine Handlungsempfehlung aus dem laufenden Kulturentwicklungsplanungsprozess.

Auffällig war die Vielfalt, die sich in Gütersloh findet, die Herausforderung, Zuständigkeiten und Historie einiger Skulpturen noch weiter zu recherchieren, den Bestand lückenlos zu erfassen und dann entsprechend informativ aufzubereiten. Dem Fachbereich geht es hier nicht um Bewertung, sondern um eine Dokumentation des Ist-Zustandes und einen bewussten Umgang in der Zukunft mit Bestand und potentieller Entwicklung dieses Kunstbereiches. Dabei ist es wichtig, der ursprünglichen Intention des Künstlers/der Künstlerin so nahe wie möglich zu kommen bzw. zu sein. Welche Patina ist gewünscht, wo mangelt es an Pflege, wo ist Effektbeleuchtung gewünscht, wo ist es ökologisch nicht sinnvoll und künstlerisch sogar eher als störend vom Künstler/der Künstlerin bewertet? Da die ursprünglichen Entwurfsverfasser oder Gestaltenden teilweise schon verstorben sind, ist da einiges an Recherchearbeit notwendig.

 

Als Ziel wird angepeilt, im nächsten Jahr die Kunst im öffentlichen Raum informativ zugänglich zu machen – analog zur APP, die bereits für Baudenkmäler existiert.

Alle waren sich schließlich einig, dass Wertschätzung für die Skulpturen wichtig ist und der Dialog über Status quo und Zukunft der Kunst im öffentlichen Raum im Fluss bleiben muss.

Ein erster Ansatz, der auch die Kunst im öffentlichen Raum mit einbezieht, ist das „Urban.Art.Bingo“. Das „Bingo-Spiel“, dass der Fachbereich Kultur zusammen mit den „Urbanisten e. V.“ aus Dortmund entwickelt hat, bezieht Streetart, Kunstwerke und Baukultur in spielerischem Raumerkunden mit ein. Hier gibt es sowohl für Kenner Güterslohs als auch Touristen viel zu entdecken. Das Spiel kann im Stadtmuseum, der Stadtbibliothek oder im Fachbereich Kultur kostenfrei ausgeliehen werden. Bei Fragen hierzu steht gerne der Fachbereich Kultur zur Verfügung.

Fotos: Timo Güthenke, FsJ Fachbereich Kultur, Stadt Gütersloh