Europäische Kulturarbeit

Europäisches Kulturnetzwerk „made in Gütersloh“

 C-City soll ab 2025 realisiert werden – Alle fünf Partnerstädte wollen mitarbeiten

Kulturdezernent Andreas Kimpel (l.) und Daniela Daus, Projektkoordinatorin bei der Stadt Gütersloh, stellten die C-City-Infobroschüre und den Projektfilm vor. Foto: Bojak, Glocke.
Kulturdezernent Andreas Kimpel (l.) und Daniela Daus, Projektkoordinatorin bei der Stadt Gütersloh, stellten die C-City-Infobroschüre und den Projektfilm vor. Foto: Bojak, Glocke.

 „C- City – Europa liegt nebenan“: Das ambitionierte Kulturprojekt, das der städtische Fachbereich Kultur gemeinsam mit den Gütersloher Partnerstädten für das Jahr 2025 plant, nimmt weiter Gestalt an. Dies nicht nur in Form einer Infobroschüre und eines Projektfilms, der Auskunft gibt über Konzept, Inhalte und Ziele, sondern auch in der Zusage der russischen Partnerstadt Rshew, mit dabei zu sein. Damit entsteht mit Gütersloh, Châteauroux in Frankreich, Broxtowe in Großbritannien, Falun in Schweden, Grudziadz in Polen und eben Rshew ein imposantes Netzwerk, das ganz unterschiedliche Kulturlandschaften umfasst. Künstlerischer Austausch, gemeinsame Ideen entwickeln, voneinander lernen – all das impliziert die Projektidee, die von den städtischen Kulturfachleuten ausgeht und hier vor Ort in enger Zusammenarbeit mit der VHS und in Abstimmung mit der Abteilung Partnerstädte in der Rathaus-Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt wird.

 

Dem Ausschuss für Kultur und Weiterbildung hat Kultur-Beigeordneter Andreas Kimpel jetzt (22.11.2021) einen Sachstandsbericht gegeben, der zeigt, dass das Projekt im „Jahr vier“ vor dem Start bereits aus der reinen Theoriephase herausgewachsen ist. Die Partnerstädte haben mit Letters of Intent ihre Mitwirkung besiegelt. In virtuellen Konferenzen sind bereits erste Ideenskizzen entwickelt worden, Konturen hat bereits die geplante Umsetzung von Hans Werner Henzes Kinderoper „Pollicino“.

 

Vier Schwerpunkt-Themen haben sich in den ersten gemeinsamen Abstimmungen herauskristallisiert: Sport/Essen/Nachhaltigkeit, Erinnerungskultur/Museum/Brauchtum, Musik/Theater/Tanz sowie Bildende Kunst und Kunst im öffentlichen Raum. „Bis zum Frühjahr kommenden Jahres soll eine gemeinsame Charta entwickelt werden, die von allen C-City-Mitgliedstädten unterzeichnet werden soll und den Wertekanon der gemeinsamen Arbeit festhält,“ sagt Andreas Kimpel. Zu den Leitzielen könnten Nachhaltigkeit, Diversität und Geschlechtergerechtigkeit in Kultur und Medien Europas gehören, beschreibt Kimpel den Rahmen.

 

Für den 13.-14. Mai 2022 ist in Gütersloh mit zwei vollen Konferenz-Tagen die erste gemeinsame Live-Konferenz mit den internationalen Partnern sowie Gütersloher Projektinteressierten geplant. Sie soll dann in Vorbereitung auf das erste Umsetzungsjahr 2025 jährlich in einer anderen der teilnehmenden Städte stattfinden und die Planungen vertiefen. Für 2023 habe bereits Châteauroux zugesagt, berichtet Andreas Kimpel. Auf lokaler Ebene ist für den 14. Dezember um 17 Uhr im Kleinen Saal der Stadthalle eine Infoveranstaltung geplant, deren Ziel es ist, die C-City-Idee in die Gütersloher Kulturszene hineinzutragen. Denn „C-City“ ist letztlich auch ein kulturelles Bürgerprojekt, bei dem Künstler und Künstlerinnen, Gruppen und Initiativen eingeladen sind, ihre Kreativität und ihre Expertise mit einzubringen.

 

Auch dafür wirbt der Projektfilm, bei der neben den Initiatoren und Daniela Daus als Projektkoordinatorin bei der Stadt auch die anderen teilnehmenden Städte in Wort und Bild vorgestellt werden. So ist „C-City“ – wie sollte es anders sein – bereits in der ersten Phase mehrsprachig. Er wird so wie die Infobroschüre auch in Frankreich, Großbritannien, Schweden und Polen eingesetzt.


Die Stadt Gütersloh pflegt enge Beziehungen zu ihren fünf europäischen Partnerstädten Châteauroux (Frankreich), Grudziądz/Graudenz (Polen), Broxtowe (Großbritannien), Falun (Schweden) und Rshew (Russland). Mit dem auf mehrere Jahre angelegten Konzept „C-City – Europa liegt nebenan“ soll diese Freundschaft nun mit Schwerpunkt auf der kulturellen Ebene ausgebaut werden: Reihum präsentieren sich die Städte mit einem großen Projekt – zum Beispiel einer Ausstellung, einer Konzertproduktion oder einem Theaterstück – in einer der anderen Städte. Die Federführung zum Aufbau eines solchen kulturellen europäischen Städtenetzwerks liegt dabei im Geschäftsbereich Kultur und Weiterbildung des Beigeordneten Andreas Kimpel. Der durfte sich im jüngsten Ausschuss für Kultur und Weiterbildung über die einhellige Zustimmung der Politiker zu dem von ihm entwickelten Konzept freuen.

 

„Herausragende und vielgestaltige Kultur findet nicht nur in Metropolen statt, sondern auch in Städten von der Größe Güterslohs und unserer Partnerstädte“, betont Andreas Kimpel. „Das wollen wir nachhaltig deutlich machen und für die Menschen vor Ort erlebbar machen.“ Möglichst alle Partnerstädte werden im Rahmen von „C-City“ unter der Federführung Güterslohs gemeinsam Ideen und Projekte im Kulturbereich entwickeln und für die Öffentlichkeit umsetzen. Damit will Kimpel den Grundgedanken des vereinten Europa stärken und die Netzwerkbildung von Künstlerinnen und Künstlern untereinander fördern. Als „Graswurzelarbeit an Europa“ sieht der Kulturdezernent sein Vorhaben. Und er unterstreicht: „Gütersloh ist reif dafür.“ 

 

Als Projektzeitraum ist zunächst 2025 bis 2028 vorgesehen. In jedem Jahr soll eine andere Kommune die Präsentationsstadt für ein hochwertiges künstlerisches Projekt einer Partnerstadt sein. So könnte im Jahr 2025 Gütersloh der Gastgeber für Falun sein, während in Falun parallel ein Projekt aus Châteauroux gezeigt wird und Gütersloh im polnischen Graudenz zu Gast ist. Die Bandbreite reicht von Theater und Tanz über Film, Musik und Literatur bis hin zum Bereich Wissenschaft, Wirtschaft und Kulturpolitik. Begleitend sollen Bürgerdialog-Veranstaltungen den Austausch fördern. Mit seinem Konzept ist Andreas Kimpel in den Partnerstädten auf großes Interesse gestoßen: „Von allen Bürgermeistern habe ich inzwischen eine Absichtserklärung bekommen. Alle haben große Lust, bei ,C-City‘ mitzuarbeiten.“ „C“ steht für „Culture“, inhaltlich aber außerdem für „Cultural City Community“. Die Gesamtkoordination und Federführung von „C-City“ obliegt der Stadt Gütersloh, konkret maßgeblich dem Fachbereich Kultur zusammen mit dem Fachbereich Zentrale Öffentlichkeitsarbeit und Repräsentation (Städtepartnerschaften). Als Kosten sind 160.000 Euro pro Projektjahr und Stadt angesetzt. Ziel ist eine Mitfinanzierung durch EU-Fördergelder und Fördermittel des Landes NRW.

 

Ein konkretes Projekt für ,C-City´ plant Kimpel bereits: eine Aufführung der Märchen-Oper „Pollicino“ des aus Gütersloh stammenden Komponisten Hans Werner Henze (1926 – 2012) im Jahr des Gütersloher Stadtjubiläums 2025, umgesetzt mit Kindern aus Gütersloh und den Partnerstädten Falun, Broxtowe, Graudenz und Châteauroux. „Noch befindet es sich im Ideen-Status“, so der Kultur-Beigeordnete, „aber es wäre wunderbar, so ein Projekt anzugehen.“

Ansprechpartner

Volker Verhoff

Tel. +49 0176 11864151 

Erreichbarkeit: Di-Mi-Do 09:00 - 15:30 Uhr und nach Vereinbarung 

volker.verhoff@guetersloh.de