Erzählcafé


Kommunale Neugliederung Gütersloh

Eigentlich seit seiner Stadtgründung war Gütersloh bestrebt zu wachsen und sich zu entwickeln. Ende der 1960er Jahre forcierte die Landesregierung NRW allgemein, nicht nur im hiesigen Raum, die Schaffung größerer Einheiten und kommunaler Neugliederungen. Dies waren Maßnahmen in allen Bundesländern, nicht nur in NRW. Viele der existierenden Gemeindestrukturen gingen noch auf das 19. Jahrhundert zurück. Den Beginn dieser „Reformwelle“ in NRW vollzog 1965 der Landkreis Unna. 1966 erteilte der Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen der Verwaltung des Kreises Wiedenbrück den Auftrag, einen Vorschlag – möglichst einvernehmlich –  bis zum März 1969 zur Neugliederung zu erarbeiten. Zum Vergleich: der Kreis Wiedenbrück hatte am 30.06. 1968 169.893 Einwohner, die Stadt Gütersloh 55.279.

Sicherlich war es auch oft ein diplomatischer Hochseilakt mit Fingerspitzengefühl, zwischen gewachsenen Identitäten im kleineren Kontext und dem Schaffen neuer Identitäten und Gemeinsamkeiten im größeren Kontext zu vermitteln.  Insbesondere gab es viele Fragen rund um das 10 km vom Stadtkern Gütersloh entfernt gelegene Friedrichsdorf. Letztendlich wurden die Verhandlungen dann am 01. Januar 1970 besiegelt und das „Gesetz zur Neugliederung des Kreises Wiedenbrück“ trat in Kraft. Das Stadtgebiet Gütersloh wurde um die Gemeinden Isselhorst, Hollen, Niehorst, Ebbesloh, Friedrichsdorf, Avenwedde und Spexard sowie Gebietsteilen aus den Gemeinden Nordrheda-Ems und Lintel erweitert. Damit wuchs das Gebiet von ca. 48 qkm (1969) auf 112 qkm (1970) und die Einwohnerzahl stieg von rund 59.000 auf rund 80.500. Als einzige Ausnahme orientierte sich Holtkamp nach Bielefeld.

 

Mit diesem spannenden Thema wird sich das zweite Erzählcafé am 25.02.2020 beschäftigen.

Datum: 25.02.2020

Uhrzeit: 18 Uhr

Ort: Holtkämperei Isselhorst

 


„Geschichte für morgen“ –

 Einladung zum ersten Erzählcafé dieser Art in Gütersloh: Textilindustrie als Thema

Erzählcafés, üblicherweise eine mündliche Übertragung von Lebensinhalten, erlebten Geschichten oder Fachwissen, wird in Gütersloh neu aufgesetzt. Unter dem Motto „Geschichte erleben und begreifbar machen“, geht der Fachbereich Kultur in Kooperation mit dem Stadtarchiv und dem Stadtmuseum in eine neue Runde der Erzählcafés.

Bei den Erzählcafés soll die lokale Geschichte im Vordergrund stehen; egal ob es beispielsweise um Lebensmittelindustrie, Schulwesen oder Bäderkultur geht, richtet es sich von Güterslohern an Gütersloher. In Gesprächen mit Zeitzeugen und Fachleuten, sollen anwesende Bürger*innen sowie interessierte Jugendlichen und Schulklassen, persönliche und lokale Geschichte im Kontext erfahren und erleben. Ebenfalls soll das Erzählte im zweiten Teil, von Fachleuten reflektiert werden und in einen größeren historischen Zusammenhang gebracht werden. Wichtig hierbei ist auch, ein junges Publikum anzusprechen, um das Interesse für unsere Geschichte und das Engagement für diesen Bereich zu wecken.

Es besteht die Möglichkeit, durch das Miteinander zwischen Erzählenden und Zuhörenden einen lebhaften Dialog zu erzeugen. „Ein Geben und Nehmen“ mit hoffentlich entstehendem „Wir“-Gefühl und einem regen Austausch.

Durch einen „Museumskoffer“, der historische, themenbezogene Gegenstände aus dem Inventar des Stadtmuseums enthält, soll Geschichte begreifbar werden und sozusagen zum Anfassen sein. Fakten rund um die Artefakte ergänzen somit Emotionen und Erinnerungen in den Schilderungen.

 

Das erste Erzählcafé am Dienstag, 26. November 2019 ab 18.30 Uhr, befasst sich mit dem Thema Textilindustrie.

Die historischen „Greve & Güth“-Firmengebäude, vielen bekannt als „Die Weberei“, wird als passende historische Örtlichkeit, genauer gesagt das Kesselhaus, für den Auftakt dieser Erzählcaféreihe zur Verfügung stehen. Sie erwartet also eine geschichtlich adäquate Umgebung in moderner Nutzung und Ambiente. In angenehmer Atmosphäre kann der letzte Dienstag im November so ausklingen.

 

Interessenten werden gebeten, sich bei Kirsten Reckeweg im Fachbereich Kultur bis zum 24. November 2019 anzumelden: kirsten.reckeweg@guetersloh.de, Telefon 05241 82-3659.

Herzlich willkommen!

Die Fortsetzung der Erzählcafés ist dann im kommenden Jahr geplant. Als Themen sind beispielsweise der (Buch)Druck, Bäderkultur/Hygiene und Lebensmittelindustrie angedacht.