Erinnerungskultur

Im Jahr 2019 wird als Ergebnis des KEP-Prozesses das Teilkonzept zum Thema Erinnerungskultur verfasst. Dieses wird in einem partizipativen Prozess entwickelt. Die Ergebnisse der Konzeption finden Sie dann hier im Stadtkulturportal.

einladung zum ersten Erzählcafé

15.11.2019

 

„Geschichte für morgen“ –

Einladung zum ersten Erzählcafé dieser Art in Gütersloh: Textilindustrie als Thema

Erzählcafés, üblicherweise eine mündliche Übertragung von Lebensinhalten, erlebten Geschichten oder Fachwissen, wird in Gütersloh neu aufgesetzt. Unter dem Motto „Geschichte erleben und begreifbar machen“, geht der Fachbereich Kultur in Kooperation mit dem Stadtarchiv und dem Stadtmuseum in eine neue Runde der Erzählcafés.

Bei den Erzählcafés soll die lokale Geschichte im Vordergrund stehen; egal ob es beispielsweise um Lebensmittelindustrie, Schulwesen oder Bäderkultur geht, richtet es sich von Güterslohern an Gütersloher. In Gesprächen mit Zeitzeugen und Fachleuten, sollen anwesende Bürger*innen sowie interessierte Jugendlichen und Schulklassen, persönliche und lokale Geschichte im Kontext erfahren und erleben. Ebenfalls soll das Erzählte im zweiten Teil, von Fachleuten reflektiert werden und in einen größeren historischen Zusammenhang gebracht werden. Wichtig hierbei ist auch, ein junges Publikum anzusprechen, um das Interesse für unsere Geschichte und das Engagement für diesen Bereich zu wecken.

Es besteht die Möglichkeit, durch das Miteinander zwischen Erzählenden und Zuhörenden einen lebhaften Dialog zu erzeugen. „Ein Geben und Nehmen“ mit hoffentlich entstehendem „Wir“-Gefühl und einem regen Austausch.

Durch einen „Museumskoffer“, der historische, themenbezogene Gegenstände aus dem Inventar des Stadtmuseums enthält, soll Geschichte begreifbar werden und sozusagen zum Anfassen sein. Fakten rund um die Artefakte ergänzen somit Emotionen und Erinnerungen in den Schilderungen.

 

Das erste Erzählcafé am Dienstag, 26. November 2019 ab 18.30 Uhr, befasst sich mit dem Thema Textilindustrie.

Die historischen „Greve & Güth“-Firmengebäude, vielen bekannt als „Die Weberei“, wird als passende historische Örtlichkeit, genauer gesagt das Kesselhaus, für den Auftakt dieser Erzählcaféreihe zur Verfügung stehen. Sie erwartet also eine geschichtlich adäquate Umgebung in moderner Nutzung und Ambiente. In angenehmer Atmosphäre kann der letzte Dienstag im November so ausklingen.

 

Interessenten werden gebeten, sich bei Kirsten Reckeweg im Fachbereich Kultur bis zum 24. November 2019 anzumelden: kirsten.reckeweg@guetersloh.de, Telefon 05241 82-3659. Herzlich willkommen!

 

Die Fortsetzung der Erzählcafés ist dann im kommenden Jahr geplant. Als Themen sind beispielsweise der (Buch)Druck, Bäderkultur/Hygiene und Lebensmittelindustrie angedacht.

Ideen gesammelt beim „Runden Tisch der Kultur“

17.06.2019

Kulturelles Erbe und Erinnerungskultur sollen auch Spaß machen.

Lebhafte Diskussion und intensiver Austausch beim Runden Tisch der Kultur.

 

Was ist kulturelle Identität? Welche Aspekte spielen in Gütersloh eine besondere Rolle? Insgesamt 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutierten jetzt unter der Moderation von Lena Jeckel, Leiterin des Fachbereichs Kultur, und der Projektleiterin Kirsten Reckeweg zum Schwerpunktthema „Kulturelles Erbe und Erinnerungskultur“. Der Fachbereich Kultur hatte erstmalig zu einem „Runden Tisch der Kultur“ unter dem Motto „Kultur – wie GehT´s“ eingeladen und viele kundige Bürgerinnen und Bürger sowie historische Fachleute diskutierten mit.
Neben Vertretern der Stadt und einiger Institutionen wie Stadtmuseum und Stadtarchiv sowie historischer Vereine freuten sich die Initiatorinnen insbesondere über die Teilnahme der jungen Generation: insgesamt fünf Vertreter*innen des Jugendparlamentes in Funktion als Schülervertreter- oder -sprecher waren der Einladung gefolgt. „Dieser Dialog soll besonders ausgebaut werden, geht es doch hier um die Generation, die wir für Geschichte und Erinnerungskultur begeistern wollen und die künftig die Verantwortung zur Gestaltung unserer Lebenswelt trägt“, betont Reckeweg.
Bevor es um einzelne Themen und Ideen ging, wurde zunächst der Begriff der „Identität“ beleuchtet und kontrovers diskutiert. Schnell kam man auf Aspekte, die in Gütersloh eine Rolle spielen. Insbesondere die Gütersloher Wirtschaftsgeschichte mit der Industrialisierung, Stadtentwicklung und der Branchen wie Textil, Getränke und Genussmittel (Brennerei/Brauerei), Fleisch- und Wurstwaren, Druckerzeugnisse/Medien sowie Möbel-/Holzindustrie
Die Zeit des Nationalsozialismus wurde ebenfalls in den Fokus genommen. Auch die jüngere Militär- und Besatzungszeit und auch Migrationsthemen sollten beleuchtet werden. Als Format, das mittelfristig umsetzbar wäre, wurde eine Reihe von Erzählcafés an verschiedenen historischen Orten zu jeweils passenden Themen vorgeschlagen.
Dabei waren sich alle Anwesenden gemeinsam mit den Veranstalterinnen einig: neben dem ernsthaften Anspruch des Gedenkens darf und soll Erinnerungskultur auch Spaß machen, soll Begegnung schaffen, aber auch neue digitale Möglichkeiten nutzen. Die Bedeutung für das Heute und Morgen als Auswahlkriterium der Themen und Formate, die künftig dann in konkrete Maßnahmen und Projekte führen, kann als roter Faden dienen. „Wir bedanken uns ausdrücklich für das große Engagement und freuen uns auf den weiteren Dialog und die Zusammenarbeit, so Lena Jeckel.
Dieser Runde Tisch war erst der Auftakt. Mit einer „Geschichtswerkstatt“ soll es demnächst weitergehen, Dafür haben bereits zehn Teilnehmende ihr Interesse bekundet. Der Beteiligungsprozess des Kulturentwicklungsplans zu diesem Thema ist also weiter ins Rollen gekommen und das Thema wurde „auf die Gütersloher Karte gesetzt“. Der nächste „Runde Tisch der Kultur“ ist für den 14. November geplant.